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Referenzwortschatz für den mittleren Schulabschluss

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Informationen zu den Rechtschreibangaben

Die Rechtschreibangaben auf wortschatzwissen.de verweisen auf sogenannte Lupenstellen. Lupenstellen sind Stellen in einem Wort, die bezogen auf die Rechtschreibung besonders fehleranfällig sind. Damit man ein Wort an einer Lupenstelle richtig schreiben kann, muss man bestimmte Regeln oder Muster der Rechtschreibung beachten. Zu jeder Lupenstelle in einem Wort wird daher in einem kurzen Satz erklärt, welche Regeln an dieser Lupenstelle beachtet werden müssen. Die Regeln sind aber aus Gründen der Übersichtlichkeit gekürzt. Die vollständigen Erklärungen zu den Regeln sind hier erklärt.
Die Lupenstellen auf wortschatzwissen.de sind in Anlehnung an die Kategorien der Aachener Förderdiagnostischen Rechtschreibfehleranalyse von Herné & Naumann (2016) entwickelt worden.
Literatur: Herné, Karl-Ludwig & Naumann, Carl Ludwig (2016): Aachener Förderdiagnostische Rechtschreibfehler-Analyse. Systematische Einführung in die Praxis der Fehleranalyse mit Auswertungshilfen zu insgesamt 33 standardisierten Testverfahren als Kopiervorlagen. 5., vollst. überarbeitete und erweiterte Auflage. Aachen: Alfa Zentaurus.

Die Lupenstellen im Einzelnen erklärt:

Kurze Vokale werden durch zwei folgende Konsonantenbuchstaben gekennzeichnet.
Betonte kurze Vokale werden im deutschen Schriftsystem für den Leser gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung erfolgt durch zwei oder mehr auf den Vokal folgenden Konsonantenbuchstaben. Es gibt dabei grob zwei Fälle:
a) Auf den kurzen Vokal folgen bereits zwei hörbare Konsonanten oder <ch>, <sch> oder <ng>. In diesem Fall ist keine zusätzliche Kennzeichnung notwendig. Zum Beispiel im Wort <bunt>. Dem kurzen Vokal, der hier mit einem <u> geschrieben wird, folgen schon zwei hörbare Konsonanten, die als <nt> geschrieben werden.
b) Auf den kurzen Vokal folgt nur ein hörbarer Konsonant. In diesem Fall ist eine zusätzliche Kennzeichnung notwendig. Für die zusätzliche Kennzeichnung wird der Buchstabe, der für den Konsonanten steht, verdoppelt bzw. als <ck>, <tz> oder <ss> geschrieben. Zum Beispiel im Wort <Hammer>. Dem kurzen Vokal, der hier mit einem <a> geschrieben wird, folgt nur ein hörbarer Konsonant, der als <m> geschrieben wird. Um die Kürze des betonten Vokals zu kennzeichnen, wird das <m> verdoppelt und <mm> geschrieben.

Hier hilft die vokalische Ableitung.

In unserer Rechtschreibung gilt die sogenannte Morphemkonstanz. Das bedeutet, dass Wortbausteine, die die gleiche Bedeutung haben, nach Möglichkeit gleich geschrieben werden. Das hilft beim Lesen eines Wortes, weil man als LeserIn dem Wort schneller seine Bedeutung entnehmen kann. Die vokalische Ableitung ist eine Regel, die dafür sorgt, dass die Morphemkonstanz erhalten bleibt, auch wenn man das Wort ein bisschen ändert. Macht man zum Beispiel aus <Haus> <Häuser>, bildet also die Pluralform, so klingt der Vokal, der als <au> geschrieben wird, wie ein <eu>, wird aber <äu> geschrieben, damit er dem <au> aus <Haus> ähnlich sieht. Ist man sich hier unsicher, muss man untersuchen, ob es eine Grundform des Wortes mit <a> oder <au> gibt, aus der die richtige Schreibung abgeleitet werden kann. Das gleiche gilt für ein <e>, das klingt, wie ein <ä>. Zum Beispiel im Wort <Geld>. Hier gibt es keine Grundform mit <a>, denn es gibt kein *<Gald>. Findet man keine Grundform mit <a> oder <au>, so wird <e> bzw. <eu> geschrieben.
Auf wortschatzwissen.de sind auch die Grundformen schon mit der vokalischen Ableitung als Regel markiert, weil die anderen Formen des Wortes nicht eingetragen sind. Das <au> in <Haus> ist also als Lupenstelle markiert, obwohl man in der Grundform genau <au> hört. In den Beispielen, die wortschatzwissen.de zu jedem Wort angibt, kommen aber immer solche abweichenden Formen, z. B. Pluralformen, auch vor.

Hier hilft die konsonantische Ableitung.

In unserer Rechtschreibung gilt die sogenannte Morphemkonstanz. Das bedeutet, dass Wortbausteine, die die gleiche Bedeutung haben, nach Möglichkeit gleich geschrieben werden. Das hilft beim Lesen eines Wortes, weil man als LeserIn dem Wort schneller seine Bedeutung entnehmen kann. Die konsonantische Ableitung ist eine Regel, die dafür sorgt, dass die Morphemkonstanz erhalten bleibt. Wenn wir sprechen, sprechen wir die konsonantischen Auslaute hart. Das bedeutet, dass wir <b>, <d>, <g> und <s> wie <p>, <t>, <k> und <ß> aussprechen. Ein <h> im Auslaut sprechen wir dann gar nicht (auch nicht in der fiktiven Standardaussprache). Damit man ein Wort an der Stelle des Auslauts richtig schreiben kann, kann man eine Ableitung des Wortes bilden, in dem der Auslaut weich gesprochen wird. Zum Beispiel klingt der Auslaut in <Tag> wie ein <k>, wird aber als <g> geschrieben, weil man in <Tage> ein <g> hört.

Das ist ein häufiger Wortbaustein.

Häufige Wortbausteine sind Teile eines Wortes (Morpheme), die in sehr vielen anderen Wörtern auch vorkommen und gleich geschrieben werden. Häufige Wortbausteine können in der Regel nicht alleine stehen. Man nennt sie deswegen auch unselbständig. Zu diesen häufigen Wortbausteinen gehören zum Beispiel <ver>, <be>, <ge> am Wortanfang und <e>, <er>, <en>, <lich>, <keit>, <ung> am Wortende. Weil diese Wortbausteine sehr häufig sind und immer gleich geschrieben werden, kann man sie auch auswendig lernen.

Lange Vokale werden nicht besonders gekennzeichnet.

Lange Vokale, wie <e> in <Weg> werden in der Regel nicht durch eine besondere Rechtschreibung gekennzeichnet. Wörter mit dem sogenannten Dehnungs-h wie in <mehr> oder Doppelvokal wie in <See> stellen Ausnahmen dar und sollten in der Schule daher tendenziell eher als Merk- bzw. Lernwörter auftauchen (vgl. Herné & Naumann 2016). Auch wenn es zum Teil Regeln bei den Schreibungen mit Dehnungs-h gibt, sind diese durch ihre Komplexität und die große Anzahl an häufigen Ausnahmen für die Schule nicht praktikabel (vgl. ebd.). Sie sind auf wortschatzwissen.de daher immer als Lernwort gekennzeichnet.
Aber Achtung: Eine Ausnahme stellt die Schreibung des langen i (/i:/) dar, dass im Regelfall, d.h. in etwa 85% aller Fälle, mit <ie> verschriftlicht wird.

Das lange i wird <ie> geschrieben.

Das lange i (/i:/) wird als Ausnahme zu den ungekennzeichneten langen Vokalen in den meisten Fällen als <ie> geschrieben. Mir liegt es persönlich am Herzen, nochmal darauf hinzuweisen, dass das Igel-I als ungekennzeichnetes langes <i> nicht den Regelfall abdeckt und daher der Igel in der Anlauttabelle nichts zu suchen hat. Schreibungen mit <i>, <ih> oder <ieh> stellen Ausnahmen dar. Alle Wörter, in denen das lange i nicht als <ie> geschrieben wird, sind auf wortschatzwissen.de daher immer als Lernwort markiert.

Jan Thomas Röhrig, 2019


Jan Röhrig
09.11.2019